GLAUBE IM ALLTAG
Die Zehn Gebote
Jesus bezieht Stellung zu den Geboten. In der Bergpredigt äußert er sich klar und deutlich. Er sagt zum fünften Gebot – du sollst nicht töten: Nicht erst die Tat, der Mord, ist frevelhaft, sondern schon der Weg dahin: zornige Gedanken, beleidigende Worte oder Handlungen sind Gott ein Gräuel. Wer das tue, sei verfallen dem Feuer der Hölle, sagt Jesus. Das sechste Gebot stellt Jesus vom Kopf auf die Füße: Ein männlicher Israelit konnte seine Ehe nur dann brechen, wenn er sexuellen Kontakt zu einer verheirateten Frau aufnahm. Dagegen war es ihm erlaubt, seiner Frau einen Scheidebrief zu schreiben. Und dann war er ganz legal (ohne die Ehe zu brechen) seine Frau los. Jesus sagte nun eindeutig: Wer das tut, den Scheidebrief schreiben, der macht sich mitschuldig. Der Herr zeigt den Umfang des Gebots: »Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.« Jeder ist schuldig und hat kein Recht anzuklagen.
Das Sabbatgebot kommentierte Jesus mehrfach. Jesus hat am Sabbat geheilt, die Jünger haben ihren Hunger gestillt mit Ähren vom Feld. Jesus entgegnete den Gesetzeswächtern: »Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat«. Die Gebote als göttliche Wohltat für die Menschen. Eine befreiende Sicht auf die Gebote. Die Gebote taugen nach den Aussagen des Herrn nicht als todbringende Anklageschrift von sündigen Menschen gegen sich versündigende Menschen. Die Sünderin, die sie vor Jesus schleppten, verdankte dem Herrn ihr Leben. Jesus hob jedoch das Gebot nicht auf ... art
aus »Nachdenken Nachfolgen« in Unsere Familie Ausgabe 02, 20. Januar 2012 (Foto Alfred Knapp / fotolia)