MEDIEN IM FOKUS
O du fröhlichste, o du stressigste Zeit – Leserbeitrag
... Endlich ist es soweit, sie ist da, die Adventszeit! Man kann es kaum übersehen. Pünktlich vor dem ersten Advent beginnt das Wettrüsten der Weihnachtsbeleuchtung. Allen steigenden Energiekosten zum Trotz werden die Häuser bis unter das Dach mit Lichterketten verziert. In den Vorgärten stehen leuchtende und blinkende Schlitten, in jedem Fenster glüht ein Lichterbogen – und jeder kann sehen: es ist Advent! Wie gut, dass mich die Lichter an Advent erinnern, denn in all dem Trubel würde ich es sonst glatt vergessen.
Mit der Adventszeit kommt auch die Sorge, was soll man schenken? Leider gehöre ich nicht zu den Menschen, die immer auf Anhieb für jeden das passende Geschenk parat haben. Aus diesem Grund irre ich wie viele andere durch die Geschäfte, auf der Suche nach dem ultimativen Geschenk oder Weihnachtsschnäppchen.
... und aus dem Lautsprecher dröhnt es: »Stille Nacht, heilige Nacht«.
Ich habe tatsächlich Glück. Die Winterkollektion ist bereits reduziert, denn die neue Sommermode wartet darauf, in die Regale geräumt zu werden. Da, ein wunderschönes Hemd für meinen Mann, ob es ihm gefällt? Wenn nicht, wird es eben umgetauscht. Ein neues Spielzeug für den Kleinen und eins für den Großen, einen Gutschein für die Schwiegermutter, ein Shirt für den Bruder… ich komme fast in einen Kaufrausch. – Na ja, schließlich ist Advent.
Müde lächelt mich an der Kasse die Verkäuferin an – ich fühle mich auch so!
Zu Hause blicke ich auf den Kalender und erschrecke: Übermorgen ist die Weihnachtsfeier mit dem Chor, nächste Woche das Weihnachtsessen mit meinen Kollegen, Freitag ein Violinkonzert mit meinem Jüngsten, eine Woche später ein Klaviervorspiel mit eben diesem Knaben und das Wochenende danach hat er mit seiner Klasse einen Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt – es ist eben Advent ...
Christina Lohr; Auszug aus dem ersten Beitrag zur neuen Rubrik »Ihre Seite« der Druckausgabe von »Unsere Familie« 24, 20. Dezember 2008