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MEDIEN IM FOKUS

Ihn bekennen – Kolumne

fotolia-k-uf11An einem Sonntagmorgen fuhr ich mit meiner Frau in den Gottesdienst. Für den Rückweg entschieden wir uns, abseits der Hauptstrecke auf Nebenstraßen nach Hause zu fahren.

Während der Rückfahrt telefonierte ich mit einem anderen Amtsbruder aus unserer Gemeinde. Plötzlich bemerkte ich eine Polizeistreife mit Blaulicht hinter mir. Kein Zweifel: ich hatte im Eifer des Telefonats die Höchstgeschwindigkeit überschritten – und das nicht zu wenig. Meine Frau war in Erwartung des Strafzettels überhaupt nicht froh, denn es war nicht mein erstes »Knöllchen« für zu schnelles Fahren in diesem Jahr.

Ich stoppte unseren Wagen am Straßenrand, die Polizistin hielt dahinter und kam zu uns. Ich war 20 Meilen (etwa 35 Kilometer) zu schnell gefahren, statt erlaubter 35 Meilen 55. Ich versuchte mich zu entschuldigen, weil ich mit einem Amtskollegen telefoniert und dabei nicht mehr auf die Geschwindigkeit geachtet habe. Die Polizistin wollte wissen, ob ich ein Geistlicher sei. Ich bejahte und sie fragte weiter, ob ich das beweisen könne. Das konnte ich und händigte ihr meinen Seelsorgeausweis aus. Sie überprüfte alles: Führerschein, Versicherungskarte, Seelsorgeausweis – reichte mir die Papiere zurück und ermahnte mich, langsamer zu fahren und: ihrer im Gebet zu gedenken! Ich hatte den Nachsatz der Beamtin noch nicht richtig registriert, da sprudelte es bereits aus mir heraus: Kann ich gleich für sie beten? Sie lächelte: »Sicher!«

So stand ich Sekunden später auf der Landstraße und betete mit einer mir völlig fremden Polizistin. Sie hatte wie ich ihre Hände gefaltet und den Kopf gesenkt. Ich betete für sie, ihre Familie, ihre Kollegen, usw. und sagte schließlich »Amen«. Was dann geschah, werde ich nie vergessen: Sofort begann die Polizistin ihrerseits laut zu beten. Sie betete für mich, meine Familie, dankte Gott, dass wir uns getroffen haben, und befahl uns alle dem Engelschutz an. Danach wünschte sie uns noch einen schönen Tag und fuhr davon. Meine Frau und ich saßen sprachlos im Auto.     AMW/CAW/k.e

 

Kolumne in »Unsere Familie« Ausgabe 17, 5. September 2009