MEDIEN IM FOKUS
KonzertChor SüdHessen Rom 2009 – Interview mit Bischof Jürg Zbinden
Der neuapostolische KonzertChor SüdHessen zeichnete im Rahmen seiner 5-tägigen Konzertreise 2009 nach Rom auch für die musikalische Umrahmung der Heiligen Messe in der Päpstlichen Basilika »San Paolo fuori le Mura« mit Eucharistiefeier verantwortlich. Der neuapostolische Bischof Jürg Zbinden hatte die Sänger/-innen nach Italien begleitet (wir berichteten). Jessica Krämer, Journalistin, Sängerin und Organisatorin der Romkonzerte, interviewte den Seelsorger aus der Schweiz für naktuell.de.
Jessica Krämer: Die Tage in Rom liegen nun schon einige Wochen hinter Ihnen. Wie haben Sie die Konzertreise für sich persönlich erlebt?
Jürg Zbinden: In den verschiedenen Auftritten habe ich erleben dürfen, wie Musik Brücken entstehen ließ und noch vorhandene leise Vorbehalte abgebaut wurden. Dabei sind die verschiedenen Glaubensüberzeugungen kein Hinderungsgrund, um unseren großen Gott und himmlischen Vater in den Mittelpunkt zu rücken und zu erhöhen. Die Wirkung war nach innen und außen spürbar. Einerseits war es das bewusste Erleben des Reichtums unserer Glaubensinhalte und Schwerpunkte – der wiederkommende Jesus als Bräutigam, Jenseitsglaube –, was zusammen mit den vielen gemeinsamen Erlebnissen das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt hat. Andererseits konnte die innere Freude und Überzeugung durch Musik ausgedrückt werden. Musik, dargebracht mit Herz und Seele, hat das Innere der Zuhörenden berührt und viele positive Reaktionen ausgelöst.
Ist es wichtig, zum Beispiel durch Musik eine Brücke zu den anderen christlichen Glaubensgemeinschaften zu bauen?
Es gibt viele schöne Möglichkeiten, Brücken zu anderen Glaubensgemeinschaften zu bauen. Musik nimmt dabei einen ganz besonderen Platz ein, weil Empfindungen und Gefühle der Seele gemeinsam erlebt werden können. Dieses gemeinsame Erleben schafft eine Basis, um einander besser zu verstehen und näher zu kommen.
Was haben Sie mitnehmen können durch die musikalische Gestaltung der Messe in »San Paolo fuori le mura« des Konzertchors Südhessen?
Das wunderbare Angebot, einen neuapostolischen Chor in den Ablauf einer Messe zu integrieren, hat mich sehr beeindruckt. Dabei ist die Integrität unseres neuapostolischen Glaubens nie in Frage gestellt worden. Insbesondere wurden keine Forderungen gestellt, die mit unseren Glaubensauffassungen nicht übereingestimmt hätten, zum Beispiel die Teilnahme an der Eucharistiefeier. Es war ein berührendes Erleben, trotz einiger unterschiedlicher Glaubensinhalte gemeinsam Gott zu loben und ihn in seiner Allmacht anzubeten.
Würden Sie sich wünschen, Kontakte zu vertiefen?
Es muss unser Bestreben sein und bleiben, in vertiefenden Gesprächen die Gemeinsamkeiten zu betonen und die Unterschiede in gegenseitiger Hochachtung stehen zu lassen, ohne sie speziell hervorzuheben. Kontakte helfen immer, Vorbehalte und Missverständnisse abzubauen, einander im Herzen näher zu kommen und sich im Sinn Jesu Christi zu begegnen. Es ist mein Wunsch, die zarten ersten Kontakte zu festigen, zu pflegen und weitere folgen zu lassen.
Stärken die gewonnenen Impulse auch unsere Gemeinde in Rom?
Ich hoffe und wünsche es sehr! Es war für unsere Geschwister in der eher kleinen Gemeinde Rom ein besonderes Erleben, dass ein neuapostolischer Chor von der größten christlichen Kirche die Möglichkeit erhalten hat, aufzutreten. Dieses Wahrgenommenwerden stärkt bestimmt das Selbstwertgefühl und lässt auch einen gewissen Stolz aufkommen. Ich wünsche mir durch diese Erfahrung für unsere Gemeinde einen positiven Einfluss für die weitere Entwicklung.
Bilder der Konzertreise sind zu sehen in der FOTO GALERIE