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Weihnachten evangelisch und katholisch – Überblick
Heiligabend (24.12.) Christvesper (evangelisch)
1526 ordnete Martin Luther die sonntäglichen Gottesdienste neu und schaffte somit die Unmengen an Gottesdiensten an Sonn- und Werktagen ab: Eine Mette am frühen Morgen geht der Messe (Hauptgottesdienst mit Predigt und Abendmahl) am Vormittag voraus, der Sonntag wird durch eine Vesper beschlossen. Mette und Vesper entstanden aus den Stundengebeten (Horen) des Mönchtums.
Evangelische Christen feiern an Heiligabend die Christvesper (Vesper = Abend), üblicherweise zwischen 16 und 18 Uhr, wenn es zu dunkeln beginnt. Die Christvesper ersetzt seit der Reformation die mitternächtliche Christmette, die auf den frühen Morgen des ersten Weihnachtstages verlegt wird. Heute wird aber auch bei Evangelischen vermehrt wieder eine Christmette um Mitternacht begangen.
Die Christvesper wird in der Regel ohne Abendmahl gefeiert.
Lesungen sind die alttestamentlichen Weissagungen aus Micha 5, 1–3, Jesaja 9,1–6 und Jesaja 11,1–2.
Im Mittelpunkt der Vesper steht die Geburtsgeschichte nach Lukas 2, 1–14 (15–20), die meist in mehreren Abschnitten, unterbrochen von Gemeindeliedern und Chorgesang, vorgetragen wird. Gerne werden Bach-Choräle gesungen wie z. B.: BWV 10 – »Meine Seel erhebt den Herren« oder BWV 174 – »Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte«. In der Christvesper wird gerne ein Krippenspiel oder eine Krippenfeier geboten. Danach wird in der Regel in den Familien Heiligabend mit Bescherung gefeiert. Mancherorts findet am Abend noch eine Andacht mit Lesungen und Musikdarbietungen statt. Auch in manchen katholischen Gegenden wird eine Krippenfeier am Nachmittag geboten.
Christmette (katholisch)
Katholische Christen feiern am Heiligen Abend eine Christmette um oder kurz vor Mitternacht. Eine Mette (von lat.: matutinus = morgendlich) ist ein nächtlicher bzw. frühmorgendlicher Gebets- und Lesungsgottesdienst ohne Abendmahl.
Lesungen: die Geschichte von der Ankündigung der Geburt Jesu nach Matthäus (1,18–21), Stammbaum Jesu (1,1–17) und die Weissagung des Immanuel »Gott mit uns« aus Jesaja 7,10–14; Römer 1,1–7: Christus, geboren »aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch.«
Christfest – 1. Weihnachtsfeiertag (25.12.)
Die Evangelischen erweitern den Christfesttag auf zwei Feiertage, während die Katholiken eine Ordnung durch das Gedenken an die so genannten comites Christi (Begleiter des Christuskindes) haben: am 26.12. wird dem Erzmärtyrer Stephanus, am 27.12. dem Evangelist Johannes, am 28.12. der Unschuldigen Kinder vom Bethlehemer Kindermord – veranlasst durch König Herodes – gedacht.
Lesungen: evangelische und katholische Gottesdienste haben zwei Lesungen, eine alttestamentliche und eine aus den Briefen (Epistel). Das Evangelium ist in der Regel der Predigttext. Evangelium: Die Geburtsgeschichte nach Lukas, Schwerpunkt zweiter Teil (V. 15–20); die Weissagung aus Micha 5,1–4a vom Herrscher aus Bethlehem; die Epistel Titus 3,4–7. Abendmahl.
2. Weihnachtsfeiertag (26.12.)
Lesungen in evangelischen Gottesdiensten: Als Evangelium wird Johannes 1,1–5 (6–8) 9–14 gelesen. Die Epistel aus Hebräer 1,1–3 (4–6), die Lesung aus dem Alten Testament aus Jesaja 11,1–9. Der Gottesdienst ist mit Abendmahl.
Katholische Gottesdienste haben (s. o.) den Märtyrer Stephanus zum Thema.
siehe Unsere Familie 24 vom 20. Dezember 2009
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