Sie befinden sich: UNSERE FAMILIE ONLINE MEDIEN IM FOKUS
Deutsch | English | Français

MEDIEN IM FOKUS

Wetterbericht von ganz oben – Leserbeitrag

fotolia-UF-16-2010Zur Missionsarbeit in der Ukraine sollte mein Flug von München über Frankfurt nach Kiew mit Ankunft 14 Uhr führen. Kiew war erreicht, aber anstatt zu landen, kreiste die Maschine schier endlos über der Stadt, um schließlich eine andere Richtung einzuschlagen. Als Begründung nannte das Bordpersonal: Nebel! Mittlerweile wurde es dunkel und wir setzten zur Landung an. Alle atmeten auf und wähnten sich endlich in Kiew.

Da kam die große Enttäuschung; die Durchsage lautete: Wir befinden uns in Weißrussland in Minsk und niemand darf die Maschine verlassen, weder der Pilot noch anderes Personal, geschweige denn die Passagiere. Während der eine Teil der Besatzung per Funk um Flugbenzin bettelte, versorgte uns die restliche Crew mit Essen und Trinken aus den Reserven, die unter uns im Flugzeugbauch verstaut waren. Endlich ging es wieder in die Luft. Eine neue Landung versprach wieder die Ankunft in Kiew, aber leider waren wir um Mitternacht zurück in Frankfurt!

Meinen Unmut, den ich bei allen möglichen Stellen dort am Airport ablud, bekam schließlich auch ein mitreisender Priester mit und leistete mir lautlose Gesellschaft. Schweigend trotteten wir mitten in der Nacht durch den menschenleeren Frankfurter Flughafen. Plötzlich wurden meine Blicke auf ein Schild gelenkt: Flughafenkapelle. Ich sagte: Dort gehen wir rein. Auf einem altarähnlichen Tisch lag eine Bibel, ich schlug sie wahllos auf und las:
»Denn dieser Tag ist ein Tag des Grimmes, ein Tag der Trübsal und der Angst, ein Tag des Wetters und des Ungestüms, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag der Wolken und des Nebels.« (Zef 1,15)

Wir wussten, bei den knapp drei Bibelseiten des Propheten Zefanja kann dieser Hinweis nicht gesucht und gefunden sein, sondern unser Gott war uns Ungeduldigen mit seinem »Wetterbericht von ganz oben« wieder gnädig.
Die weitere göttliche Hilfe erfuhren wir, als wir am Folgetag morgens doch noch nach Kiew kamen und die ukrainischen Brüder trotz der langen Verspätung noch gewartet hatten, um uns an unseren Missionsort zu bringen. F. D.

 

 aus Unsere Familie Ausgabe 16, 20. August 2010