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Gottesdienstbesuch: ein Indikator für Zukunft der Kirchen

13. Januar 2012 - Wien/Berlin

Foto Tupungato / Fotolia
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Die Flut der Meldungen und Analysen über Kirchenaustritte im deutschsprachigen Raum ist nach wie vor groß. Gute Nachrichten für die Kirchen sind hier und da Zahlen, die von einem Rückgang an Austritten für 2011 gegenüber 2010 zu berichten wissen.

     Laut Wiener Zeitung beispielsweise sind nur 58.000 Menschen aus der katholischen Kirche Österreichs ausgetreten. 2010 seien es noch knapp 86.000 gewesen. Die aktuelle Zahl veranlasst die Zeitung zur Rechnung, die Kirche werde bei anhaltendem Trend im Jahr 2112 vollkommen ohne Mitglieder dastehen. Insgesamt 5,4 Millionen Mitglieder zählt die katholische Kirche Österreichs nämlich derzeit. Und der Zahl von 49.000 Taufen sowie 4.600 Neuaufnahmen stünden ebenso viele Begräbnisse (50.000) gegenüber.

     Nun ist aber die Zahl der Kirchenaustritte allein nicht Indikator für die Überlebenschancen des Christentums in unseren Breitengraden. Seriöse Untersuchungen beziehen den Faktor der Kirchenbindung und des kirchlichen Engagements jenseits bloßer Mitgliedschaften ein. Einer der Faktoren zur Messung dieses Potenzials ist in Kirchenkreisen der Gottesdienstbesuch. Hoffen doch Kirchenvertreter auf eine Art Gesundschrumpfung ihres Bestandes an Gläubigen.

Die »Welt« hat nun am Beispiel der Protestanten in Deutschland analysiert, dass auch bei Betrachtung des Trends bei Gottesdienstbesuchen keine überschwängliche Hoffnung aufkommen kann. Die Überlegung dabei ist, dass der prozentuale Anteil der Gottesdienstbesucher steigen muss, wenn die passiven Mitglieder erst aus der Kirche ausgetreten sind. Dem ist aber offenbar nicht so.

Die »Welt« beruft sich auf Untersuchungen des christlichen Nachrichtenportals »Idea«. Für das Beispiel der Protestanten in Deutschland errechnete Idea, dass nicht nur die absolute Durchschnittszahl der Kirchgänger an Sonn- und Feiertagen zurückgegangen sei, sondern eben auch deren prozentualer Anteil. 2010 hätten im Durchschnitt nur 3,6 Prozent der Protestanten sonntags die Kirche besucht, während deren Anteil 2009 bei 3,8 und 2000 bei 4,1 Prozent gelegen habe.

Diese Zahlen mögen je Land und Konfession unterschiedlich ausfallen, dürften künftig aber einen gewissen Aussagewert über die Erfolge der allseits geplanten inneren Mission der Kirchen jenseits ihrer bloßen Mitgliederzahlen erlangen.

siehe Wiener Zeitung

siehe Welt