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Kurschus: Kirche muss nicht leicht und gefällig sein

29. November 2011 - Bielefeld

Bielefeld: Zentrale für die Arbeit von Annette Kurschus; Foto maxim / fotolia
Bielefeld: Zentrale für die Arbeit von Annette Kurschus; Foto maxim / fotolia
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Die künftige Präses der westfälischen Landeskirche, Annette Kurschus (wir berichteten), warnt davor, sich als Kirche leicht und gefällig zu verkaufen, um für die Menschen attraktiv zu sein.  »Das war ein Holzweg«, urteilt die Theologin gegenüber dem »Westfalen-Blatt«.

Die neue Frau an der westfälischen Kirchenspitze warnt die Männerwelt davor, auf mehr Wärme und das Fingerspitzengefühl einer Frau im Führungsamt zu setzen. Es gebe genauso wenig »die Frau« wie »den Mann«. Sie selbst will künftig wahrgenommen werden als ein Mensch, der Zuversicht ausstrahlt und Freude an der Kirchenarbeit hat.

Annette Kurschus meint, Kirche müsse auch nicht zu jedem Thema Stellung beziehen. Zu den Belangen eines Zugführerstreiks beispielsweise nicht, zur Frage von Mindestlöhnen freilich schon, weil dies das Evangelium gebiete.

Aufgeschlossen zeigt sie sich gegenüber jenen, die keinen Glauben in sich tragen und sich doch um der Gemeinschaft willen zur Kirche halten. »Es ist nicht immer mein Glaube, der meine Beziehung zu Gott und der Kirche trägt«, so die künftige Präses im Interview. Von der Notwendigkeit der Kirche zu missionieren, will sie dennoch nicht abrücken. Dies sei schließlich der Auftrag Jesu Christi.

Zum Thema Ökumene befragt, setzt sie auf Beharrlichkeit. »Wir haben ja sogar noch Mühe, von den katholischen Geschwistern als Kirche anerkannt zu werden«, klagt sie.

siehe Westfalenblatt und Evangelische Kirche in Westfalen