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Fußball EM 2012 nicht ohne die Kirchen

23. Januar 2012 - Warschau

Fußball EM 2012 in Polen und der Ukraine: Foto ag visuell / fotolia
Fußball EM 2012 in Polen und der Ukraine: Foto ag visuell / fotolia
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Wenn der Ball zur EM 2012 in Polen und der Ukraine rollt, dann werden auch die Kirchen der Austragungsländer nicht im Abseits stehen. Natürlich locken sie zuallererst mit ihren vielen prächtigen Sakralbauten, etwa denen im polnischen Breslau oder im ukrainischen Kiew.

     Hauptstoßrichtung ihrer »Evangelisierungsoffensive« ist aber nicht der Tourist, sondern der einheimische Fan. Der Kultursender Deutschlandradio hat jetzt mit Edward Pleñ, einem Angehörigen des Salesianerordens aus Warschau, über die kirchlichen Vorbereitungen zum Megaevent gesprochen. »Stolz zeigt er einen großen Ordner, der das Programm der katholischen Kirche zur EM 2012 enthält«, ist zu lesen und lässt so einiges an kirchlichen Aktivitäten rund um den Fußball in Polen erwarten. Dem Land, in dem der größte Teil der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche anhängt. Etwa 95 Prozent der erwachsenen Polen identifizieren sich mit dem Katholizismus, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung.

Insbesondere eine christliche Fankultur liegt dem polnischen Sportseelsorger am Herzen. Da wird zum fairen Umgang mit dem Gegner aufgerufen, dies auch in Hirtenbriefen und Messen. Da gibt es Programme und Schulungsinitiativen, die appellieren, sich so recht christlich zu benehmen, damit die Medien schöne Bilder jenen hässlichen der jüngsten Vergangenheit aus polnischen Fankreisen entgegenstellen können. Das Ziel der Kirche ist sehr hoch gesteckt: »Gottes Doping«, so Titel eines Programms, soll die Fans schließlich in die Lage versetzen, anerkennungsvoll auch für den Gegner zu applaudieren, wenn dieser ein Tor erzielt.

 

siehe Deutschlandradio Kultur

siehe Bundeszentrale für politische Bildung

zu den Kirchengebäuden von Breslau und Kiew

 

UF_gross_RZ-3-11-60Tipp Während die Gleichung Polnischer Christ = Römisch-katholischer Christ noch immer volle Gültigkeit hat, sieht die Lage der Christenheit in der Ukraine deutlich differenzierter aus. Dort gibt es zwar auch mehr als eine Million römisch-katholischer Christen. Dem stehen mehr fünf Millionen Gläubige gegenüber, die dem Ritus der Ukrainisch Griechisch-Katholischen Kirche folgen. Aber der Großteil der Bevölkerung des Landes hängt einer der orthodoxen Fraktionen an. Die Zahlen weisen auf einen Bevölkerungsanteil von mehr als Zweidrittel der Gesamtbevölkerung hin. Das Ostkirchliche Institut Regensburg (OKI) hat einen Beitrag zur Dreiteilung dieser Kirchenklientel vorgelegt. Da gibt es die Ukrainische Orthodoxe Kirche mit dem Patriarchat Moskau, die Ukrainische Orthodoxe Kirche mit dem Patriarchat Kiew sowie die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche. Die Ukraine hat übrigens mit Anatolij Budnik seit 2009 ihren ersten einheimischen Apostel der Neuapostolischen Kirche, UFonline berichtete.