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Bekenntnis zu Übersinnlichem und zur Sinnsuche: ja bitte, aber Kirche: nein danke. Vielleicht nicht repräsentativ für den ganzen deutschsprachigen Raum, was der Hessische Rundfunk über die Glaubenshaltung der Hessen jetzt veröffentlicht hat, aber aufschlussreich.
Denn dem weltweit zunehmenden Trend zur individuellen Patchwork-Religion folgend, neigt auch der Hesse inzwischen eher zum individuellen religiösen Konstrukt.
Für den Hessen hat das Leben einen Sinn, wenn er dem Leben einen Sinn gibt (80 Prozent).
Dabei glauben 70 Prozent doch an Wunder und gar noch 40 Prozent an die Existenz von Engeln - bald ebenso viele an Gedankenleser.
Drei von vier Hessen finden es immerhin gut, dass sich die Kirchen als soziale Instanzen, als kulturelle Anreger und als Arbeitgeber zeigen. Als Sinnstifterinnen werden sie dagegen kaum wahrgenommen, schenkt man der repräsentativen Umfrage des Zentrums für kirchliche Sozialforschung Freiburg im Auftrag des Hessischen Rundfunks Glauben.
Dass es »Gott gibt«, glauben in Hessen noch 96 Prozent der Muslime, 82 Prozent der Katholiken und 74 Prozent der Protestanten. Die Umfrage stuft unterdessen 10 Prozent der Katholiken und 15 Prozent aller Protestanten von Hessen als Atheisten ein.
Von allen Hessen glauben 70 Prozent, dass in jeder Religion ein wahrer Kern zu finden sei.
Religionssoziologe Michael Ebertz, Leiter der Studie, weist darauf hin, dass der rege Gottesdienstbesuch am Heiligen Abend ein Indiz dafür sei, dass die Kirchen dennoch als Experten für das Transzendente, das Überschreiten von der irdischen zur himmlischen Welt, angesehen würden. Allerdings seien sie nicht mehr allein dafür zuständig.
siehe Hessischer Rundfunk
siehe evangelisch.de
Tipp Wie Kirche dem Trend begegnen könnte, ist aktuell in der Schwäbischen Post zu lesen. Um den Bedürfnissen der Menschen heute zu entsprechen, müsse Kirche 2020 auch ihre eigenen Grenzen überschreiten. Dabei ginge es um die Förderung einer spirituellen Kirche, so die Landesvorsitzende der kirchenpolitischen Vereinigung Offene Kirche, Ulrike Stepper.
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