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Brinkmann: »Kapitalanlage war ein Fehler«

21. Februar 2012 - Dortmund

Bezirksapostel Brinkmann;Foto NAK NRW
Bezirksapostel Brinkmann;Foto NAK NRW


Bezirksapostel Armin Brinkmann hat auf der Website der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen heute Stellung bezogen zu Fragen rund um den Betrugsfall, den seine Kirche durch eine Kapitalanlage im Jahr 2007 erlitten hat. Am 15. Februar 2012 wurde über die Website der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen öffentlich, dass sich ein mutmaßlicher Betrügerring vor einem englischen Gericht verantworten muss, die Kirche um mindestens 10 Millionen Euro gebracht zu haben (wir berichteten).

     »Die Entscheidung für diese Kapitalanlage war aus heutiger Sicht ein Fehler, das tut mir aufrichtig leid«, ist auf der Website NAK NRW einleitend zu lesen. Der Bezirksapostel sah und sieht die Kirche in der Pflicht, das ihr anvertraute Vermögen »mindestens zu erhalten«. Diesem Grundsatz sei er auch im beklagten Fall gefolgt.

Der Bezirksapostel zeigt großes Verständnis für den Schock, den die Nachricht vom Betrug aus England bei den Gläubigen in seiner Gebietskirche verursacht hat. Auch ihm hätte der Vorfall »viele schlaflose Nächte« beschert.
Die Frage, warum ihn die Kapitalanlage damals überzeugt habe, beantwortet Brinkmann mit dem Hinweis darauf, dass diese nicht nur Kapitalerträge erwarten ließ, sondern zugleich auch soziale Projekte unterstützen wollte.

Beraten worden sei er durch einen Finanzfachmann der Kirchenverwaltung; der Landesvorstand sei damals nicht eingeschaltet worden. Bereits im Jahr 2010 habe es eine außerordentliche Sitzung des Landesvorstandes gegeben, in der die Sachlage beraten worden sei. Dieses Gremium sei über die Wertberichtigung in der Bilanz »auf Basis des jeweiligen Sachstands« frühzeitig informiert worden.

Der Bezirksapostel versichert, dass die letzten Jahre davon geprägt gewesen seien, einen guten Teil des investierten Geldes zurückzuerhalten. Er betont, dass es sich bei diesem Betrug um den ersten Ausfall einer Kapitalanlage in der Vermögensverwaltung in der Geschichte der Kirche handele und dass etliche Maßnahmen ergriffen worden seien, dass dies auch der einzige Fall seiner Art bleibt.

Kurzfristige Einsparungen, beispielsweise an Kirchenrenovierungen oder Umbauten, würden trotz des Betrugsfalls nicht notwendig, die kirchliche Tätigkeit sei insgesamt nicht beeinträchtigt, beruhigt Bezirksapostel Brinkmann.

Die Kirche hat ein Anlagegremium gegründet, das sich aus fachlich geeigneten Mitgliedern des Landesvorstands, Anlagebeauftragten der Kirchenverwaltung sowie externen Fachleuten zusammensetze.

»Die neuapostolischen Christen in Nordrhein-Westfalen können also sicher sein, dass wir mit dem Kirchenvermögen im Bewusstsein der Opfertreue sehr sorgfältig umgehen. Gemeinsam mit den Aposteln und Bischöfen werde ich weiterhin meine ganze Zeit und Energie zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen«, versucht der Bezirksapostel Ruhe in die Diskussion zu bringen.

Das Online-Portal der englischen Daily Mail hatte ebenfalls am 15. Februar gemeldet, dass auch andere Anleger Opfer der Betrüger geworden sein sollen. Verdeckt geführte Ermittlungen hatten nicht nur der Strafverfolgung der verantwortlichen Personen gedient, sondern auch der Klärung des Verbleibs des Kirchenvermögens, so NAK NRW. In einem Rundschreiben hatte Bezirksapostel Armin Brinkmann zunächst die Seelsorger der Gebietskirche über den Vorfall informiert.

zur Stellungnahme von Armin Brinkmann siehe NAK Nordrhein-Westfalen

zum Fall siehe NAK Nordrhein-Westfalen und Daily Mail