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WISSEN UND LEHRE

Hanna – Eine Prophetin wartet

wissen-1Das Fresko von 1525 in der Kathedrale Aosta, Piemont/Italien, zeigt zwei biblische Szenen im Tempel: Die Beschneidung Jesu, erkennbar am Beschneidungsmesser, und die Darstellung, erkennbar an den Turteltauben als Opfergaben, auch wenn Lukas 2,21 den Ort der Beschneidung Jesu nicht nennt (Foto Dr. Bahnmüller)

Der Name Hanna wird üblicherweise von dem hebräischen Wort für »gnädig sein, sich erbarmen« abgeleitet. Hanna heißt übersetzt nach dieser Deutung etwa: »Er (= Gott) ist gnädig/hat sich erbarmt«. Neben der Prophetin Hanna in der Weihnachtsgeschichte kennt die Bibel noch die Mutter Samuels gleichen Namens (vgl. 1.Samuel 1 und 2) und die Frau des älteren Tobias (vgl. Tobias 1,9). Hanna wird als Prophetin bezeichnet, ein Ehrentitel, der im Neuen Testament nur ihr zukommt. Hanna ist wie Simeon jüdischer Herkunft, »eine Tochter Pnuëls aus dem Stamm Ascher«. Ihre Witwenschaft und lange Ehelosigkeit sowie ihr ständiger Einsatz am Tempel macht sie zu einer besonders glaubwürdigen Zeugin für das anbrechende Heil Gottes in Jesus Christus. Ob sich die 84 Jahre aus Vers 37 auf die Dauer ihrer Witwenschaft oder auf ihr Lebensalter beziehen, ist umstritten und zweitrangig. Ihre Frömmigkeit zeigt sich in ihrem Fasten und Beten. Hannas Lobpreis ist nicht wie bei Simeon wörtlich festgehalten und ist wohl als Bestätigung des von Simeon über Jesus Gesagten zu verstehen: Sie »pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten« (Lukas 2,38). Es gab also Menschen zur Zeit der Geburt Jesu, die auf den Messias warteten und deren Sehnen durch die Erscheinung des Sohnes Gottes erfüllt wurde. Simeon und Hanna sind gleichsam die Vertreter des Alten Bundesvolkes, denen der Gottessohn begegnet. L.S.

 

mehr zu Simeon und Hanna, Randfiguren der Weihnachtsgeschichte, in Unsere Familie Ausgabe 24, 20. Dezember 2009