Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie diese Website benutzen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies gemäß unseren Richtlinien zu. Mehr erfahren.

Warum verlieben wir uns in jemand bestimmten?

Vier Wissenschaftler definieren Liebe
Foto: aleksander 1/Fotolia.com

"Psychologen gehen davon aus, dass sich nicht nur Freundschaften, sondern auch Partnerschaften im gleichen sozialen Milieu finden. Anders gesagt: Gleich und gleich gesellt sich gern. Hierbei laufen jedoch individuelle, unbewusste Prozesse ab, die auf den gemachten Erfahrungen und Wertvorstellungen basieren. Warum genau diese eine Person ausgewählt und geliebt wird, ist also nicht zu beantworten." (Anna-Lena Mangels, Psychologin)

"Chemisch gesehen ist dies von körpereigenen Duftstoffen abhängig. Diese sogenannten HLA-Moleküle werden jeweils von Partnern mit möglichst unterschiedlichem HLA-Profil als angenehm empfunden. Das HLA-Profil ist mit dem Immunsystem eng verknüpft, so kommen Partner zusammen, deren Nachkommen besser vor Infektionen geschützt sind." (Michael Sommerauer, Chemiker)

"Die Liste der Erklärungsansätze, warum wir uns in jemand Bestimmten verlieben, ist lang. Diskutiert wird der Wunsch nach Selbstbestätigung (gleich und gleich gesellt sich gern) oder der Trieb, genetische Defizite auszugleichen (Gegensätze ziehen sich an). Eine Vielzahl von Theorien, u.a. dass Anziehungskraft durch Pheromone oder verschiedene Stimmlagen, durch den Eindruck von Gesundheit oder Fertilität entsteht, konnte noch zu keinem endgültigen Ergebnis führen." (Eva Schäffer, Neurologin)

"Der griechische Philosoph Platon erzählt in seinem Dialog "Symposion" den Mythos vom sogenannten Kugelmenschen: Die Menschen seien ursprünglich kugelrunde Wesen mit zwei Köpfen, vier Beinen und vier Armen gewesen, die von Zeus aufgrund ihres Übermuts in der Mitte geteilt worden seien, um sie zu schwächen. Seitdem versuche der Mensch seine andere Hälfte wiederzufinden. Der Mythos suggeriert die bis heute populäre Vorstellung, dass jeder von uns irgendwo auf der Welt ein passendes Gegenstück habe, "Mr. Right" oder "Mrs. Right". Biblisch gesehen scheint mir ein solches Denken aber kaum haltbar: Es käme einer unzulässigen Begrenzung der schöpferischen Kraft der Liebe gleich, die auch in ganz unmöglich wirkenden Verhältnissen völlig neue Liebes-Welten zu erschaffen vermag." (Peter Münch, Theologe)

Mehr Antworten der Wissenschaftler zum Thema Liebe finden sich in der aktuellen spirit-Ausgabe.