Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie diese Website benutzen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies gemäß unseren Richtlinien zu. Mehr erfahren.

Die Fußwaschung

Apostel Petrus versteht die Welt nicht mehr: Jesus, den er als Herrn und Gottessohn kennt, beugt sich vor ihm, um ihm, dem Fischer aus Kapernaum, die Füße zu waschen. Doch Jesus geht es um mehr als um Reinheit der Füße, er will den Jüngern ein Beispiel im Dienen geben.
Foto: wikipedia/pd-art

Was ist eine Fußwaschung?


Sich die Füße zu waschen oder sich von einem Diener waschen zu lassen, ist im Orient noch heute eine weit verbreitete Sitte. So auch in Palästina um das Jahr 30, in dem das im Evangelium Berichtete geschieht.

In alttestamentlicher Zeit und bis in die Zeit Jesu und der ersten Apostel hinein muss der Priester, der die Stiftshütte oder den Tempel in Jerusalem betritt, sich Hände und Füße waschen.

Auch in anderen Religionen ist es damals üblich, sich beim Betreten heiliger Orte Füße (und oft auch Hände) zu waschen. Zudem gehört es zur Vorbereitung auf ein Gastmahl, dass man sich die Füße wäscht oder waschen lässt (1Mo 18,4;19,2). Auch dieser Brauch ist aus anderen Kulturen (etwa bei Griechen oder Römern) überliefert.

Das Waschen der Füße vor einem Gastmahl (oder zumindest das Bereitstellen von Wasser) hat aber nicht nur hygienische Gründe, sondern ist auch ein Zeichen der Gastfreundschaft dem geladenen Gast gegenüber. Gastfreundschaft ist schließlich in der Antike ein hohes Gut.

Die alljährliche Fußwaschung am Gründonnerstag durch das Oberhaupt der katholischen Kirche und die – heute nicht mehr praktizierte – Fußwaschung durch das Oberhaupt der Habsburger Monarchie, ebenfalls am Gründonnerstag („Hoffußwaschung“), beziehen sich auf dieses biblische Geschehen.

Weiterführende Informationen zu dem Geschehen, das im Bibelkunde-Gottesdienst im April behandelt wurde, gibt der Artikel in: Unsere Familie Nr. 8 vom 20. April 2017.