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Blumen in der Kirche

Blumen in der Kirche können mehr als eine das Auge und das Herz erfreuende Dekoration sein! Sie können eine feierliche Atmosphäre schaffen, Botschaften vermitteln, inhaltliche Zusammenhänge mit dem Bibelwort schaffen, Gemeinschaft stiften und dabei die Blicke der Kirchenbesucher zum Ort der Wortverkündigung und der Aussonderung des Heiligen Abendmahls lenken.
Foto: Oliver Ruetten

Ein Beispiel für Blumenschmuck von Palmsonntag bis Ostern gibt die Staatliche Fachschule für Blumenkunst in Weihenstephan: Palmzweige oder grüne Äste können das Wort in der Heiligen Schrift sinnfällig verdeutlichen: „Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg“ (Mt 21,8). Eine Dornenkrone zeigt dabei das Leiden Jesu und Osterglocken symbolisieren die Überwindung des Todes.

Die ganze vielschichtige österliche Botschaft von Palmsonntag bis Ostern kann so durch Blumenkunst vergegenwärtigt und eindrücklich und stimmig dargestellt werden. – Sofern der Kirchenraum groß genug ist und das gottesdienstliche Geschehen nicht beeinträchtigt wird.

Blumenschmuck in der Kirche soll nicht einfach nur gefallen, er kann den Blick weiten, Akzente setzen. Er kann ästhetisch einstimmen auf die Texte und Themen des Gottesdienstes. Auch wenn das nicht immer leicht umzusetzen ist. Dabei ist es dem Verständnis der Predigt nicht unbedingt förderlich, den Kirchenbesucher jedes Mal zum Rätselraten anzustiften: Welcher Zusammenhang besteht denn wohl heute zwischen Blumen und Predigt?

Doch Blumenschmuck kann durchaus einen besonderen, einen sinnlichen und zugleich sinnstiftenden Akzent setzen, ein Stückchen kreative Bumenkunst als Gotteslob, ein Unterstreichen der Predigt sein. Doch das wird nur ein Betrachter nachvollziehen können und wollen, der eine positive Grundeinstellung zum Blumenschmuck in der Kirche hat – im Gegensatz zu einem pastoralen Schreiber im Internet, der verkürzt Folgendes schrieb: „Von mir aus könnte der Altarschmuck aus einem Schnittlauchtöpfchen bestehen – wenn ich den Gottesdienst leite, nehme ich das überhaupt nicht wahr.“ Wie die Erfahrung lehrt, steht er mit dieser Meinung nicht allein.

Wir sehen: Der Konflikt wird fortbestehen. Hoffentlich weiterhin mit Einsicht, Toleranz und weitem Herzen auf beiden Seiten.


Mehr zum Thema in "Flowerpower – Sollen Blumen in der Kirche sprechen? (Teil 2)" in: Unsere Familie Nr. 13 vom 5. Juli 2017